Freitag, 9. Dezember 2016

mutter sein

wackelbild
wackeldackel
instabil
fragil
ohne zentrum
selbstverlust
aufstehen
kitzeln
lachen

Atme

Atme unter die
Haut deines platzenden
Kopfes der Alltag mit
Kindern Gerüchen Entzug
von Schlaf
Atme, dass dein
Herzschlag Ruhe findet
Worte sich verlaufen bevor
lauthals kontrolllos
(kraftlos)
deine Stimme ins
Kinderherz schneidet
Atme morgens und
abens und wenn
dir die Luft ausgeht

Dienstag, 5. Juli 2011

im gleiten dein flüstern

zwischen den wellen
dein kopf über wasser
mich überschwemmend
dein ebener körper
das tasten deiner hände
wie fallende töne
zieht mich nach oben

Freitag, 18. März 2011

ein einsamer haufen

kreischende staubhautkörnchen die
unter den fingern hervorgepult
erzählen eine geschichte

dorfwandler am ruhigen bahnhof
mit wodka-o schlagen ein wie
trommelnder regen

offene wunde quillt über
von schon sich entfernenden tritten
und niemand niemand sieht mehr

Montag, 1. November 2010

Donnerstag, 28. Oktober 2010

ich fürchte mich nie

schauwegich
seh niemanden kommen
mir steht nichts im weg
muss nur in den feldern bleiben
oder auf den linien laufen
fürimmerich
hab keine trockene stimme

Mittwoch, 29. September 2010

Nichts zu erwarten

Dass der Mensch, der arbeitende, der liebende, der gemeine Mensch in der Bahn, die Worte bewusst behandelt, ist nicht zu erwarten. Es gibt kein Recht darauf. Nichts regelt, wann und wie wir angesprochen werden: Worte gruppieren sich zu Floskeln, Sätze verkürzen sich aus Zeitgründen. - Mir kommt dabei so oft das Kotzen! Ich, Opfer, bin nicht "Hallo," und dann nichts.
In Worten liegt das Ich und Du. In Worten formuliert sich das Ich, sucht nach einer Verbindung nach Außen. Übereinstimmung. Widerspruch. Dialog. Auseinandersetzung. Dort trifft es mitunter auf verwandtes Denken und Fühlen.
Worte haben einen Wert. Sie wiegen. Dafür aber ist es notwendig, dass sie wertgeschätzt, ihre Funktion wahr- und im besten Sinne ernstgenommen wird. Ich rede hier von einem neugierigen Umgang mit der Sprache, von Sprachfreude.
Wie kommt es, dass Achtung und Zuneigung oft nur über Umwege ihren Weg finden? Was ist der Grund für diese Verschiebungen? "Das war ein schöner, wunderschöner Tag. Lass uns den bald wiederholen." wirkt auf mich oft wie eine geheime Formel, ein Erkennungszeichen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich all die Menschen, die so handeln, kennen könnte.
Ja, ich mag, liebe Worte! Und die Menschen sind es mir wert, ehrlich, von Herz zu Herz über die Zunge. Ich bin kein Opfer; ich werde mich wehren.